Läufer vereinen Baden und WürttembergQuelle: http://www.suedkurier.deWie schön der Bodenseekreis ist, erlebten 240 Läufer beim Jubiläumsweg-Lauf am Sonntag, mit dem der Landkreis sein 35-jähriges Bestehen und die zehnjährige Existenz des Jubiläumswegs feierte. Unter optimalen Bedingungen liefen sie von Überlingen und Kressbronn kommend und trafen sich in der Mitte in Markdorf. Landrat Lothar Wölfle, die Initiatoren Manfred Dudichum und Achim Linder sowie Weg-(Er)Finder Rainer Barth waren begeistert.
Markdorf – Der Weg war das Ziel. Die Zeiten wurden nicht genommen, damit die Läufer die Umgebung bewusst wahrnehmen. Von Westen her begaben sich 60 Prozent der Teilnehmer auf die Strecke, starteten in Überlingen oder von den Etappenorten Owingen und Heiligenberg aus, während die anderen 40 Prozent in Kressbronn aufbrachen, in Neukirch oder Meckenbeuren. 75 Läufer durchliefen die gesamte Halbetappe des Wegs, ganze 57 Kilometer, oder nahmen eine 18 oder 27 Kilometer lange Teilstrecke unter die Füße. Etwa die Hälfte waren Frauen. Markdorf war der Treff- und Mittelpunkt, die Schnittstelle zwischen Baden und Württemberg, die der Jubiläumsweg verbindet.
Die Symbolik des verbindenden Laufs, der Idee von Manfred Dudichum aus Friedrichshafen, befand Landrat Lothar Wölfle so schön, dass er gerne die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hatte. Mit Achim Linder (Laufsport Kißlegg) und rund 100 Helferinnen und Helfern der an den Etappen- und Verpflegungsorten agierenden Lauftreffs hatten sie das Ereignis monatelang vorbereitet. Zuletzt waren sie mittwochs im Westen unterwegs, um hunderte von Abzweigungen mit Kreidepfeilen zu markieren, das Gleiche zwei Tage später im Osten, um erneut am Samstag im westlichen Kreis die teils vom Regen verwaschenen Stellen zu erneuern. Davon profitierten die Amateur- und Profisportler, von denen einige aus ganz Deutschland angereist kamen; bei der Einmaligkeit des Laufs, dessen Teilnahme mit einem speziellen T-Shirt belohnt wurde, kein Wunder.
„Es war gigantisch. Wir sind alle glücklich, jeder hat hierher gefunden und keiner hat sich verletzt“, freut sich Linder, der gerne besondere Anlässe für Läufe in dieser Größenordnung aufgreift und voll des Lobes war für die Unterstützung aller Behörden.
Jede Menge Komplimente an Organisatoren und Helfer machte auch der Landrat. Besonders den Besuchern aus der gesamten Bundesrepublik habe man damit die „zweite Perlenkette des Kreises“ präsentiert: neben der der Uferlandschaft die des so genannten Hinterlands.
Dass sie nicht nur selbst von der schönen, abwechslungsreichen Landschaft, den teils sensationellen Ausblicken ins Land und auf den See profitierten, sondern auch für einen guten Zweck liefen, freute so nebenbei: Die Hälfte des Erlöses, schätzungsweise 1000 Euro, kommen dem Mehrgenerationenhaus Markdorf und der Familienhilfe Tettnang zugute. Beide Organisationen waren vor Ort vertreten.
Stolz war Markdorfs TV-Vorsitzender Kurt Rogalla auf seinen Verein: Die Helfer kamen aus allen drei Abteilungen, die auch den mit 73 Jahren ältesten Läufer Hans-Dieter Steinberger aus Lindau empfingen. Die wohl größte Gruppe stellten die Siebenzwerge aus Salem mit elf Leuten. Ausschnitte erlebten die Zuschauer auf der Großleinwand mit Bildern und Filmen von René Lefebvre und Didi Nützenadel.
Wer den Jubiläumsweg, dessen Erstbeschilderung der SÜDKURIER gesponsert hatte, für sich und in Etappen laufen möchte, kann sich von Rainer Barths Buch inspirieren lassen, der ebenfalls anwesend war und sich „über die tolle Werbung für den traumhaften Weg“ freute. Er gab noch eine Anekdote zum Besten: Als einer alten Bäuerin, an deren Hof der Weg vorbeiführte, die verbindende Idee zwischen den württembergischen und badischen Altkreisen erklärt wurde, meinte die nur: „Des packt der Weg au it.“ Sie konnte eines Besseren belehrt werden.
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